Heiliges Tal und Machu Picchu

Am nächsten Morgen konnten wir dann einmal etwas länger schlafen, bevor es dann weiter ging in das heilige Tal der Inka, mit dem bekannten Urubamba-Fluss.

Auf dem Weg besuchten wir den kleinen Ort Chincheros, der ca. 28km von Lima entfernt in den Anden liegt. Dieser Ort ist vor allem für den wirklich sehenswerten Sonntagsmarkt bekannt. Doch davor konnten wir beim Besuch einer Familie erfahren wie die hier angebotenen Teppiche, Gürtel und Trachten hier in Handarbeit gefertigt werden. Interessant war dabei auch, dass die Frau anscheinend die „Cheffin“ in der Familie war, denn sie hatte, im Gegensatz zum Vater, die Preise der angebotenen Teppiche im Kopf und gab auch die Kommandos. Die Familie war aber wirklich sehr sympathisch und von der Großmutter bis zu den kleinen Kindern haben wir alle kennen gelernt. Besonders beeindruckend fand ich einerseits das traditionelle Wolle spinnen – das eigentlich gar nicht so schwer ist – aber sehr interessant wie aus einem Buschel Schaffell Wolle wird. Außerdem war es spannend zu sehen, wie aus verschiedenen Pflanzen ganz unterschiedliche Farben gewonnen und damit die Wolle eingefärbt wird.

 Bei einer Familie in Chincheros

Danach ging es dann auf den Markt von Chincheros, auf dem von den Bauern die ganze Bandbreite an lokalen Produkten angeboten werden. Die Vielfalt an Gemüsen und Früchten ist im Vergleich zu einem deutschen Wochenmarkt einfach riesig – es gibt nichts was es nicht gibt und das meist in mehreren Versionen. Außerdem kann man die hier gewebten Teppiche und anderes Kunsthandwerk kaufen. Von hier stammt der Hauptanteil unserer Mitbringsel. Der Markt gilt bisher noch als Geheimtipp der nur in wenigen Reisen angeboten wird, wird aber auch nur sonntags abgehalten.

Der Markt von Chincheros

Danach setzten wir die Fahrt in Richtung Heiliges Tal fort. Am Kopfende des befahrbaren Talabschnitts erreichten wir schließlich den alten Inkaort Ollanta mit der Festung Ollantatombo. Die alten Inkatreppen die zur Festung hinauf führen, lassen einen dabei langsam in der Zeit zurück reisen. Von oben bietet sich ein toller Blick über das Flussbett, die grünen Felder und Häuser. Die Festung selbst beeindruckt einerseits durch die faszinierenden handwerklichen Fähigkeiten der Inkasteinmetze und andererseits durch den enormen Aufwand der betrieben wurde, um die riesigen Felsquader den Berg hinauf zu wuchten. Wer möchte kann auch über die Beweggründe philosophieren, die die Inka dazu bewegten hier eine solche Festung zu erbauen. Einerseits war es sicherlich die strategische Lage, aber der gegenüberliegende Berg scheint auch eine wichtige Rolle in der Mystik der Inka gespielt zu haben. Teile des Berges haben die Kontur wie das Gesicht eines alten Mannes.

Erkennen Sie das Gesicht?

Nach der ausführlichen Besichtigung der Festungsanlage unternahmen wir noch eine kurze Wanderung entlang des Berghanges, bevor wir im Tal die Kanäle und Brunnen der Inka besichtigten.

Die Festung Ollantaytombo Der Eingang zur Festung

Im Anschluss war es Zeit für das Mittagessen in einem tropischen Garten und danach fuhren wir in unser Hotel. Das Hotel Aranwa, in dem wir heute übernachteten, war wirklich eines der besten Hotels während unserer ganzen Tour: es ist auf einer alten Hacienda errichtet und die Zimmer sind alle mit einem privaten Whirlpool ausgestattet. Außerdem sind die Lage und insbesondere auch der Service wirklich spitze!

Leider blieben wir aber hier auch nur eine Nacht und mussten am nächsten Morgen schon wieder mit dem Gepäck auschecken- für uns ging es dann vom Bahnhof Ollanta aus Richtung Machu Picchu, während unser Gepäck bereits die Rückfahrt nach Cusco antrat.

Die ca. 1,5stündige Zugfahrt entlang dem Flusslauf des Urubambaflusses führte uns nach Aguas Calientes , das tief im Tal zwischen den steil aufragenden Bergen liegt. Das Dorf selbst ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen, ist aber alles andere als schön und sehenswert. Vom Bahnhof aus fuhren wir direkt mit dem Bus nach Machu Picchu. Die halbstündige Fahrt schraubt sich in Serpentinen durch Bergregenwald hinauf bis zur bekanntesten Inkaruine, die bei einer weltweiten Abstimmung zu einem der 7 neuen Weltwunder gewählt wurde.

Die Zugfahrt nach machu Picchu

Das wirklich Beeindruckende an Machu Picchu ist zweifellos die Lage auf dem Berggrat oberhalb des Urubamba und natürlich die ganzen Mythen die sich um die Ruinen ranken.

Wir hatten die Ruinen gegen 9.00 Uhr erreicht und begannen mit unserem Guide die große Runde durch die Ruinen. Wenn es die Kondition erlaubt, sollte man auf jeden Fall direkt nach dem Eingang links die Treppenstufen hinauf wandern, denn von den oberhalb der Ruinen gelegenen Terassen bietet sich der beste Blick über die Ruinen, der von vielen Photos bekannt ist. Auch der frühere Haupteingang der Festung ist über diesen Weg zu erreichen…

Der berühmte Blick auf Machu Picchu

Fortsetzung folgt…

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.